Rosästadt

Jubiläumskonzert 50 Jahre Musizierkreis See

Der Musizierkreis See feiert sein 50jähriges Bestehen. Von Hansjakob Becker 1971 gegründet und 44 Jahre lang geleitet, ist sein Nachfolger Felix Schüeli erst der zweite Dirigent in der Geschichte des Musizierkreises. Beheimatet ist das Streichorchester in der Stadt Rapperswil-Jona, wo sich die aktiven Mitglieder seit der Gründung zur wöchentlichen Probe treffen, auch wenn das Einzugsgebiet schon weit darüber hinaus reicht. Der Musizierkreis See ist traditionell mit zwei musikalischen Projekten pro Jahr in der Region präsent und hat sich so in der kulturellen Landschaft etabliert.

Das Jubiläumskonzert „50 Jahre Musizierkreis See“ steht unter dem Titel „Rosästadt“ und ist eine musikalische Hommage an die Rosenstadt Rapperswil-Jona.

Franz Josef Greith: „3 Heimatlieder“ und „3 Lieder für Frauenchor“

Der angesehene Rapperswiler Komponist und Musikpädagoge Franz Josef Greith (1799-1869) war ein bekannter Verfasser insbesondere von Chorliedern. Die zu seinen Ehren benannte Greithstrasse zeugt von seinem Renommee. Sein bekanntestes Werk „Das Rütli“ wurde zu seiner Zeit ein Hit und ist bis heute präsent in den meisten Schweizer Liedsammlungen. Typisch ist seine Hingabe zu heimatlichen, patriotischen Themen, er vertonte zahlreiche Gedichte, die der Schönheit und Liebe seiner Schweizer Heimat gewidmet sind. Felix Schüeli hat drei solcher „Heimat-Melodien“ aus Greiths Feder neu arrangiert für Solostimme, Chor, Klavier & Streichorchester, um sie so in ein neues, modernes musikalisches Gewand zu überführen. Die ursprünglichen Textvorlagen sind in originalem Wortlaut unverändert übernommen und bleiben Zeugen einer vergangenen Epoche.

Neben diesen zeittypischen populären Liedern hat Greith auch feinere, kunstvollere Musik geschaffen. Einen Einblick in diese musikalische Welt von Greiths Schaffen geben die drei ausgewählten Kompositionen für dreistimmigen Frauenchor.

Carl Rütti: Alphornkonzert

Passend in das Thema Heimat fügt sich das Alphornkonzert von Carl Rütti ein. Hansjakob Becker hat dieses Werk im Jahr 1987 in Auftrag gegeben und mit dem Musizierkreis See uraufgeführt. Das Stück wurde ein grosser Erfolg, auf der ganzen Welt aufgeführt und schon sehr bald auf CD eingespielt und veröffentlicht. Nach Information des bekannten Interpreten der Uraufführung (Matthias Kofmehl) ist es technisch für den Alphornisten eine aussergewöhnliche Herausforderung und kann nur von sehr wenigen Hornisten überhaupt bewältigt werden. Glücklicherweise konnten wir mit dem bekannten Hornisten Olivier Darbellay einen aus diesem auserlesenen Kreis dafür gewinnen und somit einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte des Musizierkreis See angemessen würdigen.

Uraufführung „Rosästadt“

Felix Schüeli, der die musikalischen Geschicke des Musizierkreis See seit 6 Jahren leitet, hat für diesen besonderen Anlass ein neues Werk für Sopran Solo, gemischten Chor, Streichorchester und Band (Klavier, E-Bass, Drumset und Perkussion) mit dem Titel „Rosästadt“ geschrieben. Es ist eine dreiteilige musikalische und emotionale Hommage an die Rosenstadt Rapperswil-Jona, wo der Komponist seine Jugendzeit erleben durfte, welche auch das verbindende Element ist, das der Komposition zugrunde liegt.

Im 1. Teil „Heimet uf em Lindehügel“ ist der Ausgangspunkt die beliebte Melodie des Rapperswiler Musikers Bruno F. Saladin (1923-2011) nach dem gleichnamigen Gedicht des bekannten Heimatdichters Pius Rickenmann (1895-1987). Felix Schüeli lässt die Melodie auf „moderne“ Klänge seiner Jugendzeit prallen und in neuem Gewand erscheinen und spiegeln. Das Resultat ist ein verspieltes und spannungsgeladenes Pasticcio, das aber immer wieder den Weg zurück zur Heimat findet.

Der 2. Teil der Uraufführung ist eine Vertonung des wunderbaren Gedichtes „Altes Städtchen“ des am Zürichsee aufgewachsenen Lehrers und Dichters Rudolf Hägni, der 1888 in Stäfa geboren und 1956 in Zürich verstorben ist. Felix Schüeli dazu: „Bei Recherchen bin ich durch einen glücklichen Zufall auf dieses Gedicht gestossen. Ich fühlte mich unmittelbar in meine Zeit als Primarschüler im altehrwürdigen Schulhaus Herrenberg auf dem Lindenhügel zurückversetzt. Eine phantastische Zeit, als jeder versteckte Winkel in der historischen Altstadt eine geheimnisvolle Geschichte, die es zu entdecken galt, versprach – Geschichten aus „Alter Zeit“.“

Am Schluss der Komposition steht die „Rosästadt“ – Hymne. Sie hat sich von der ursprünglichen Idee einer Einlaufhymne im Auftrag des FCRJ nun zu dieser Hymne auf ganz Rapperswil-Jona entwickelt. Ein Popsong, der im Sinne des Komponisten auf seine Jugendjahre in der Rosenstadt als leidenschaftlicher E-Bassist und Songschreiber in verschiedenen Pop- und Rockbands verweist.

Das Jubiläumskonzert wird unterstützt durch

Energie Zürichsee Linth AG

Arnold Billwiller Stiftung, St. Gallen
Geberit Verwaltungs AG, Rapperswil-Jona

Zeit und Ort

Samstag, 20. November 2021, 20:00 Uhr, Katholische Kirche Jona
Sonntag, 21. November 2021, 17:00 Uhr, Katholische Kirche Jona

Für den Besuch der Konzerte gilt die Zertifikatspflicht gemäss aktuellen Bestimmungen des BAG.

Gesamtleitung

Orchester

Musizierkreis See

Werke

Franz Josef Greith
(1799-1869)

3 Heimatlieder
arrangiert für gemischten Chor und Streichorchester von Felix Schüeli
–  Rütli-Lied
–  Gebet für das Vaterland
–  Der Schweizerknabe

Carl Rütti
(*1949)

Konzert für Alphorn in F und Streicher (1987)
I. Andante – Allegro
II. Adagio
III. Rondo

Franz Josef Greith
(1799-1869)

3 Lieder
für dreistimmigen Frauenchor
–  Die Engelsharfe
–  Ein Trostsprüchlein
–  Der Abendstern

Rosästadt – Uraufführung
für Sopran, Chor, Streichorchester und Band

I. Heimet uf em Lindehügel
nach Pius Rickenmann (Text) und Bruno F. Saladin (Melodie)

II. Altes Städtchen
nach dem Gedicht von Rudolf Hägni

II. Rosästadt – Hymne